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Selbstverletzendes Verhalten

Selbstverletzendes Verhalten ist kein typisches Warnzeichen für Suizidalität. Menschen, die sich selbst verletzen, wollen durch die Verletzung nicht ihr Leben beenden. Die Selbstverletzung dient meist dem Abbau von hohen inneren Anspannungen. Selbstverletzendes Verhalten ist aber meist verbunden mit schweren Problemen und Belastungen, sodass früher oder später auch Suizidalität ein Thema werden könnte.

Selbstverletzendes Verhalten: Ritzen, Beissen, Kratzen, sich Verbrennen und anderes

Von selbstverletzendem Verhalten spricht man, wenn sich jemand absichtlich körperliche Schmerzen zufügt, ohne aber den Wunsch zu haben, damit das eigene Leben zu beenden. Häufigste Form ist das Ritzen. Aber auch Kratzen, Kneifen, Beissen, Stechen, Verbrennen, Selbstschlagen und die Störung der Wundheilung können zu den selbstverletzenden Verhaltensweisen gezählt werden.

Selbstverletzungen kommen häufig bei Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen vor

Selbstverletzendes Verhalten kommt vor allem bei Jugendlichen vor. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Da viele Betroffene ihr Verhalten verheimlichen, gibt es nur Schätzungen über die Häufigkeit. Man geht davon aus, dass etwa 13–23 Prozent der Jugendlichen sich selbst verletzen. Bei Erwachsenen ist das Verhalten viel seltener.

Psychische Beeinträchtigungen oder Erkrankungen sowie belastende Kindheitsereignisse (Trennung der Eltern, sexuelle Übergriffe, Vernachlässigung, Gewalt oder psychische Probleme eines Elternteils) gelten dabei als Risikofaktoren.

Selbstverletzungen dienen meistens dem Spannungsabbau

Viele Betroffene verletzen sich selber, damit sie ihre unerträglichen inneren Anspannungen abbauen können und allenfalls damit verbundene belastende Erinnerungen oder Gefühle nicht spüren müssen. Auch Selbstbestrafung wird als Motiv genannt. Nach einer Selbstverletzung fühlen sich viele Betroffene weniger angespannt. Die zunächst positiven Gefühle werden aber rasch von Schuld- und Schamgefühlen abgelöst.

Unterstützung für Betroffene und Angehörige

Geeignete Ansprechpersonen sind die lokalen Jugendberatungsstellen, Kinder- und Jugendpsychologen/-innen oder Hausärzte und Hausärztinnen. In einer akuten Krise hilft auch das Team des Beratungstelefons 147 von Pro Juventute. Unter www.tschau.ch findet man weitere Informationen und die Möglichkeit für eine Beratung im Internet.

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