Zwei Männer reden am Wasser miteinander – Austausch als wichtiger Teil der Suizidprävention.
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Direkt nach einem Suizid: Häufige Fragen

Nebst dem Schock und der tiefen Trauer müssen sich Angehörige unmittelbar nach dem Suizid mit vielen praktischen Fragen auseinandersetzen. Wir haben Erfahrungen von Hinterbliebenen zusammengetragen.

Was sage ich meinem Umfeld?

Suizid ist noch immer ein Tabuthema. Doch je offener und selbstverständlicher Sie über das Geschehene sprechen, umso besser können andere damit umgehen. Es ist normal, dass es Zeit braucht, bis Sie so weit sind. Wie Sie mit Kindern und Jugendlichen über Suizid sprechen können, lesen Sie unter «Das Gespräch suchen».
 

Soll ich die verstorbene Person anschauen gehen?

Wenn Sie den Körper der verstorbenen Person ansehen möchten, nehmen Sie eine vertraute Person mit, die Sie unterstützt. Erkundigen Sie sich vorgängig, was Sie erwartet, denn möglicherweise ist der Körper stark verändert. Sie können darum bitten, nur unversehrte Körperteile zu sehen, der Rest wird abgedeckt. Viele Hinterbliebene berichten, in diesem Moment wirklich verstanden zu haben, dass die Person nicht mehr am Leben ist und dass das für den Trauerprozess hilfreich war. 

Muss ich die Polizei informieren? Warum kommt die Polizei und warum werden mir Fragen gestellt?

Ein Suizid gilt als «aussergewöhnlicher Todesfall» und muss der Polizei gemeldet werden. Die Polizei muss sicherstellen, ob ein Suizid oder Verbrechen vorliegt. Dafür müssen Informationen gesammelt und Fragen gestellt werden, was für Hinterbliebene oft sehr belastend ist. Die Einsatzkräfte sind in der Regel geschult, in solchen Situationen besonders behutsam vorzugehen.

Unterschiedlicher Umgang ist normal.

Jeder Mensch trauert anders und in seinem eigenen Tempo. Kinder wechseln oft schnell zwischen Trauer und Freude, um sich vor Überforderung zu schützen. Das ist für Erwachsene manchmal schwer zu verstehen. Verschiedene Bedürfnisse in der Trauer können auch zu Spannungen führen, etwa wenn ein Elternteil noch tief trauert, während der andere aktiv wird.

Es kann helfen, mit Menschen ausserhalb der Familie zu sprechen. Hier finden Sie Adressen von Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen.  

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